Montag ist SPIEGEL-Tag!
Und eines schönen Montags entdeckte ich folgenden Artikel in der frisch gedruckten SPIEGEL-Ausgabe 11/2003:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-26557165.html
Der Titel ist ja nicht etwas was Männer so anspricht: "Tupperdosen ohne Chance" - der klang ja eher nach drögem Tupperabend mit dicken Hausfrauen und zuviel Plastikkram, aber der fett gedruckte Satz
"Ein wunderliches Spiel gewinnt weltweit Anhänger in Scharen: Schatzsuche im Gelände mit Navigationscomputern." erregte dann doch meine Aufmerksamkeit.
Schatzsuche klang gut, ebenso Navigationscomputer. Das war Abenteuer, Elektronikgerät, Spiel und Spaß in einem.
Ich musste weiterlesen.
Da war dann von einem grossen Vergnügen die Rede und das eine wachsende Gemeinde dem Spiel verfallen sei. Es gab 44 319 Verstecke in 162 Ländern!
Die Schätze fanden sich im Mauerloch einer Burgruine, in einem hohlen Baumstumpf, unter einem Stein. Meist war es eine wasserdichte Plastikdose mit billigen Preziosen und ein kleines Logbuch, in dem der Finder sich einträgt.
Die Weltzentrale der Bewegung war im Internet unter
www.geocaching.com angesiedelt und alle Verstecke seien dort verzeichnet.
Man braucht nur ein GPS-Gerät gibt Längen- und Breitengrad ein und dann weisst ein Pfeil auf dem Monitor Himmelsrichtung und Distanz.
Eine Schatzsucherin Ahrweilernabe hatte bereits 344 Verstecke geknackt. Es gab also auch in Deutschland etwas zu finden und nicht nur in USA!
Am meisten faszinierte mich aber folgender Satz: "Mit dem GPS für alle geht unbemerkt ein Zeitalter zu Ende: Es gibt kein Irgendwo mehr. Von nun an hat jeder beliebige Punkt auf Erden, jeder Felsblock und jeder Baumstumpf, eine genaue Adresse, die jedes GPS-Gerät versteht."
Super!
Das wollte ich auch Spiel und Technik - das lässt Männerherzen höher schlagen.
Eine Hürde blieb und zwar der Preis der GPS-Geräte. Da musste ebay ran. Mein erstes Gerät (Mittlerweile ein Travelbug da defekt) kam von ebay, war aus heutiger Perspektive natürlich ein Nichtskönner mit Pfeilnavigation und komplett überteuert, aber damals das billigste und vernünftigste Gerät das ich finden konnte.
Geocaching wurde entdeckt, Schloss Hohenstein von Coldfinger mein erster Cache, Nummer 2 war das Bernsteinzimmer von Findnix. Alles mit Pfeilnavigation und auf dem Fahrrad mit kompletter Familie im Schlepptau.
So einfach diese Tradis damals waren - Sie haben grossen Spaß gemacht!