Borreliose – Lyme Erkrankung
(Lyme Borreliose) - Infektion durch Zeckenbiss
Es handelt sich hierbei um eine durch Zecken übertragene
bakterielle Erkrankung .
Die Übertragung erfolgt bei einem Zeckenbiss, aber nicht alle Zecken sind infektiös!
Die Bakterien gehören zu der Gruppe der
Spirochäten , d.h. sie haben Geisseln mit denen sie sich fortbewegen können.
Das erklärt den häufig um den Bissherd entstehenden entzündlich rötlichen Kreis der sich nach und nach ausweitet.
Dieser Hautausschlag wird als
Erythema chronicum migrans bezeichnet, was man sich nicht unbedingt merken muss!
Im weiteren Verlauf nach Wochen und Monaten können sich bei Borreliose an Nerven oder Gerhirn, am Herz oder an den Gelenken Folgeerkrankungen entwickeln.
Man sollte nur rechtzeitig an eine Borreliose denken, bei Gelenkschmerzen, Gelenkschwellungen, Hauterscheinungen, grippeähnlichen Beschwerden, Nervenausfallserscheinungen hat und das Hobby Geocaching betreibt.
Die Borreliose wurde 1975 zum ersten Mal in Conneticut in einem Ort namens Lyme beschrieben. Dort kam es zu mehreren Fällen.
In den USA ist daher die Erkrankung auch unter dem Begriff
Lyme-Disease bekannt, in Deutschland eher unter dem Begriff Borreliose.
Verursacher ist das Bakterium
Borrelia burgdorferi , eine Spirochäte, welche durch Zecken übertragen wird.
Wirtstier der Zecken sind Wild- und Nutztiere (Mäuse, Rotwild), Fehlwirt ist der Geocacher!
Die Zecke macht eine Enwicklung (Schlüpfen, Larve, Häutung, Nymphe, Häutung, männliche oder weibliche Adulte Kopulation, Eiablage) durch und braucht dazu 2 - 3 x Blut (auch hier sind die Weibchen gieriger!).
Gebissen werden Menschen meist von Zeckennymphen und adulten Zecken im Rahmen der Zeckenentwicklung.
Nach dem Geocachen empfiehlt es sich auf Zeckensuche zu gehen, denn laut Literatur ist nicht sofort mit einer Übertragung zu rechnen, die Wahrscheinlichkeit steigt aber mit dem zeitlichen Abstand zum Biss.
Vorbeugend ist langbeinige (nicht gleich langweilige) Kleidung, so dass Zecken keinen Angriffsort haben.
Zecken fallen auch nicht von Bäumen, sondern sind vermehrt im Gestrüpp und Gräsern zu finden, also genau dort wo wir bei unserem Hobby gelegentlich rumwühlen.
Hauterscheinungen
Erstsymptom einer Infektion ist in 75% ein Erythema chronicum migrans, welches sich ab Tag 3 nach Biss zeigt. Zunächst sehen wir an der Bissstelle einen roten Fleck oder eine kleine rötliche Erhebung, dann eine kreisförmige Ausdehnung der Rötung, wobei die Mitte verblasst.
Warum entsteht das? - Die Spirochäten wandern!
Die Baterien haben kleine Geißeln mit denen sie sich fortbewegen können, daher breitet sich der rote Ring weg von der Bisstelle aus.
Grippe
Begleitsymptom ist ein grippeähnliches Syndrom mit Krankheitsgefühl, Mattigkeit, Fieber, Schüttelfrost, zum Teil Nackensteife.
Diese Beschwerden kommen und gehen und können über Wochen anhalten. Sie müssen nicht alle vorhanden sein!
Herz
Herzrhythmusstörungen finden sich in 80%. Meist sind dies Überleitungsstörungen der Erregungsausbreitung des Herzens und oft nur eine Zufallsdiagnose.
Eine einfache Überleitungsstörung wie z.B. ein AV-Block Grad I tut nicht weh und wird meist nur zufällig im EKG gesehen.
Sollte dieser jedoch nach einem Zeckenbiss auffallen sollte an eine Borreliose als Ursache gedacht werden.
Bei höhergradigen Überleitungsstörungen kann es jedoch auch zu Schwindel oder plötzlicher Bewusstlosigkeit kommen.
Eine Herzmuskelentzündung findet sich seltener, hier zeigen sich jedoch Symptome wie Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, nächtliches gehäuftes Wasserlassen, welche auf eine durch die Infektion verursachte Herzschwäche hindeuten.
Neurologische Erkrankungen
Diese finden sich Wochen bis Monate nach der Erkrankung bei 15% der Betroffenen.
Es kann sich eine Hirnhautentzündung, eine Hirnentzündung oder Nervenschmerzen zeigen, sowie Lähmungen und Gefühlsstörungen.
Ich denke bei jeder Gesichtslähmung (Facialisparese) differentialdiagnostisch an eine Borreliose und veranlasse eine Titerbestimmung.
Gelenkbeschwerden
So etwas findet sich bei 60% innerhalb von Wochen bis Monaten. Es kommt zu wechselnd auftretenden Gelenkschmerzen und Schwellungen der grossen Gelenke vor allem des Knies. In 10% erfolgt der Übergang in einen chronischen Verlauf einer sogenannten Lyme-Arthritis.
Diagnostik
Bei klassischem Hautausschlag und Vorgeschichte reicht dies zur Verdachtsdiagnose und Therapie.
Ein Antikörpernachweis IgM und IgG kann im ELISA-Test laborchemisch erfolgen.
Der Arzt sollte ebenfalls an andere ähnliche Erkrankungen denken, ggf. ist somit eine Blutabnahme nötig.
Therapie
Als bakterielle Erkrankung spricht die Borreliose in der Frühphase gut auf Antibiotika an.
In der Frühphase kann die Behandlung mit den Antibiotika Amoxicillin 3 x 500 mg über 10-21 Tage, Doxycyclin (nicht für Kinder!) 2 x 100 mg über 10-21 Tage oder Azithromycin 500 mg über 7 Tage erfolgen.
Bei neurologischen, kardialen oder Gelenkmanifestationen erfolgt je nach Ausprägung eine Therapie mit Tabletten oder intravenös (z.B. Ceftriaxon 2 g i.v. über 14 - 28 Tage).
Antibiotika-Allergien und mögliche Nebenwirkungen (Durchfall unter Antibiotika) sind natürlich zu beachten.
Schwere Komplikationen müssen stationär behandelt werden.
Prävention
Am besten ist jedoch die Prävention der Erkrankung, d.h. es gar nicht erst zum Zeckenbiss kommen lassen, in dem entsprechende Kleidung getragen wird und eine Nachsuche nach Exposition erfolgt.
Ob Schnaken/Zeckenmittel wirksam sind und einen Biss verhindern kann ich nicht beurteilen.
Als alleiniger Schutz würde ich mich hierauf nicht verlassen!
Impfung
Es gibt keine Impfung gegen Borreliose!!!
In den USA gab es gegen Lyme-Disease eine Impfung. Diese ist jedoch seit 2002 nicht mehr auf dem Markt und hätte bei den europäischen Verwandten des Bakterium nicht geholfen.
Die Borreliose sollte nicht mit der ebenfalls durch Zecken übertragenen viralen FSME verwechselt werden. Für die FSME gibt es eine Impfung.